Kochwissen

So sieht euer Essen wie im Restaurant aus: 10 Tipps zum Anrichten

Warum sieht das Essen bei dir immer so lecker aus?

…diese Frage stellte mir meine beste Freundin neulich. Und die Antwort?

Nun ja, wir essen unser Essen kalt. Ich habe schon viel Kritik bezüglich dieses Punktes bekommen 😀
Denn bis ich die Teller so angerichtet habe, dass ich zufrieden bin – das sind manchmal schon so zwei bis fünf Versuche – kann es dauern. Und wenn ich dann erstmal Fotos mache… Meistens mache ich ungefähr 50 Bilder von einem Essen.

In meiner Kochausbildung habe ich gelernt, wie man einen Teller schön und ansprechend anrichtet (da hatten wir allerdings Wärmelampen – die Gäste mussten also nichts kalt essen 😉 ). Ich möchte euch in diesem Beitrag ein paar Tipps und Tricks dafür geben, wie man mit wenig Mühe tolle Teller servieren kann. So könnt ihr eure Gäste überraschen!


  1. Weniger ist mehr!
    Vielleicht ist es euch schon aufgefallen: wenn man Fotos von Sterneküchen-Menüs sieht, dann ist da meistens nicht sehr viel Essen auf dem Teller. Und das ist das Geheimnis! Wenn ihr nicht zu viel drauf tut, sieht es immer aufgeräumter auf, man kann den einzelnen Komponenten mehr Aufmerksamkeit schenken und es wirkt nicht wie „Hausmannskost“. Und falls ihr Angst habt dann nicht satt zu werden: nachnehmen kann man immer noch! In Sterneküchen sind die kleinen Portionen natürlich den vielen Gängen geschuldet – die würde man sonst gar nicht alle aufessen können.
  2. Fleisch aufschneiden
    Egal, ob ihr eine Hähnchenbrust, einen Schweinebraten oder eine Rinderroulade serviert, es sieht immer besser aus, wenn ihr das Fleisch nicht im Ganzen, sondern aufgeschnitten anrichtet. Das heißt: Die Hähnchenbrust einfach längs durchschneiden (so sieht man dann auch, wie schön saftig sie ist) und aneinander legen. Den Schweinebraten nicht als großes Stück, sondern in Scheiben anrichten. Und die Roulade einfach halbieren und eine so aufstellen, dass man die Füllung sehen kann.
  3. Hoch anrichten
    Ein super Tipp ist es, wenn ihr beim Anrichten immer etwas in die Höhe ragen lässt. So sieht es für eure Gäste sehr ansprechend aus.
  4. Den Tellerrand frei lassen
    Wenn ihr einen Teller anrichtet lasst den Tellerrand einfach frei. Es sieht in den meisten Fällen besser aus und ihr könnt die Teller besser zum Tisch und Gast transportieren (ohne Fingerabdrücke).
  5. Ungerade Mengen nutzen
    Es sieht immer besser aus drei oder fünf Möhren statt zwei oder vier auf den Teller zu legen. Das wirkt für das Auge stimmiger.
  6. Einzelne Komponenten miteinander verbinden
    Versucht beim Anrichten nicht alle Komponenten getrennt auf den Teller zu legen. Statt links Fleisch und rechts Gemüse versucht doch einfach sie zu verbinden. Macht daraus ein Gesamtbild.
  7. Nicht zu viel Soße
    Wenn zu viel Soße auf dem Teller ist, sieht es schnell unschön aus. Zumal die Soße hinläuft, wo sie will. Ich nehme zum Soße anrichten einen normalen Esslöffel und gebe zum Beispiel nur links einen Streifen auf den Teller. Ihr könnt auch die Soße „au tour“ anrichten, das heißt einmal im Kreis um die Bestandteile in der Mitte.
    Noch ein kleiner Tipp: bevor ihr die Soße auf den Teller gebt, könnt ihr sie nochmal kurz pürieren. So wird sie schön cremig und schaumig.
  8. Kontraste setzen
    Beim Anrichten springt das Auge auf Farben an. Wenn ihr ein Schnitzel mit Kartoffeln und Champignons in Rahmsoße anrichten wollt, solltet ihr unbedingt noch einen Farbkontrast hinzubringen. Vielleicht Kräuter, vielleicht ein anderes Gemüse, vielleicht eine zweite farbige Soße?
  9. Nichts auf den Teller, was ihr nicht Essen könnt?!
    Ich habe gelernt, dass Rosmarin- und Thymianzweige nicht auf den Teller gehören. Genau wie die Rispe einer Tomate oder der Strunk einer ganzen Paprika. Ich bin da allerdings nicht ganz so strikt. Ich finde manchmal darf der Kreativität freien Lauf gelassen werden und es sollte auch kein Problem für den Gast sein etwas zur Seite zu legen, dass nur für das Auge bestimmt war.
  10. Die Garnitur macht den Unterschied
    Es hilft eigentlich immer, wenn man sich noch eine kleine (am besten bunte) Garnitur überlegt, die dem Gericht den letzten Pfiff gibt. Das können Nüsse, Kresse, Kräuter, Gewürze (wie Sesam, Chiliflocken, Paprikapulver,…), Kapern, Oliven, Zeste von Zitrusfrüchten oder vieles mehr sein.

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6 Kommentare

  1. Butty says:

    Toller Artikel! 🙂

    1. chef@cookinglisa says:

      Vielen Dank, schön, dass er dir gefallen hat!! 🙂

  2. Farbjunky says:

    Liebe Cooking- Lisa,
    wiedermal wertvolle Tipps!
    Was hältst Du von essbaren Blüten wie zB. Kapuzinerkresse?
    Und ggf. themenbezogenem Geschirr ( wie Pasta- und Pizzatellern oder Weihnachtsgeschirr ) 😉

    1. chef@cookinglisa says:

      Dankeschön!
      Das kann ein toller Hingucker sein, muss aber auch zu dem Gericht passen.
      Stimmt, das Geschirr kann wirklich auch eine große Rolle spielen. Da hast du vollkommen recht 🙂
      Danke für deinen Kommentar!

  3. Mugi says:

    Kompakt und informativ. Schön! Ich habe viel gelernt, danke 😊.

    1. chef@cookinglisa says:

      Vielen Dank, das ist schön zu lesen! 🙂

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